Erfahrungen beim Videodreh im Studio mit Greenbox

Nutzwert kommt an bei den Zuschauern. Einen Beleg dafür haben wir selbst fabriziert. Ein Video über das Einstellen von Rennrad-Bremsen für die Seite Triathlon-Tipps.de hat es bei Youtube in die "Angesagten Videos" geschafft und ist auf 33.000 Abrufe gekommen (Stand 27. Juli 2010). Das Video stammt von meinem Bruder Stephan Goldmann und mir und gehört zu einer Serie von Videos rund um das Rennrad.

 

Was macht das Video aus?

Im Video haben wir eine Reihe von Erfahrungen aus früheren Filmen verarbeitet. Die Wichtigste: Die Menschen wollen keine Menschen sehen. Also beschränkt sich Stephan auf die Anmoderation, ein paar Sätze zwischendurch und die Abmoderation. In der restlichen Zeit sind Räder, Bremsen, Rahmen und Bremsklötze zu sehen. Klare Sache: Es geht hier ja auch um Rennrad-Bremsen.

Weiter haben wir viel Wert auf die Beleuchtung und auf ein wenig Animation gelegt. Mit Hilfe einer Glidetrack-Schiene haben wir einige dezente Kamerafahrten eingebaut. Bei einigen davon gab es schöne Effekte mit geringer Schärfentiefe. So wird die Aufmerksamkeit auf das Bauteil gelenkt und außerdem gibt es ein bisschen was zu gucken - neudeutsch Eyecandy.

Die Beleuchtung haben wir mehrmals umgebaut. Für die Moderation kam die klassische Dreipunkt-Beleuchtung zum Einsatz: Ein Führungslicht und ein Fülllicht von vorne und eine Leuchte für die Lichtkante. Zusätzlich kam eine Leuchte für den Greenscreen zum Einsatz. Der Greenscreen wäre allerdings nicht zwingend notwendig für so ein Video - aber, hey, wir haben die Technik, also nutzen wir sie.

Für das Freistellen vor dem Greenscreen verwende ich übrigens ein eigenes Plugin für Final Cut Pro: dvMatte Pro. Mehr zu dem Plugin demnächst an dieser Stelle.

Text komplett vor der Kamera gesprochen

Den Text hat Stephan komplett vor der Kamera gesprochen. Für den Schnitt hat das den Vorteil, dass man im Zweifel immer den Sprecher einblenden kann, falls sich für eine Szene kein passendes Bildmaterial findet. Alle weiteren Szenen haben wir nachträglich gefilmt.

Die Aufnahmen für das Video haben - gemeinsam mit zwei weiteren Videos aus der Serie - einen guten Nachmittag gebraucht. Vorher haben wir noch einige Zeit mit dem Skript und einem Drehplan verbracht. Der Schnitt hat pro Video etwa einen halben Tag gebraucht - inklusive kleiner Animationen, wie der handgemalten Pfeile. Hierfür habe ich ein Grafiktablett verwendet. Das etwas kritzelige dieser Methode gefällt mir ganz gut bei Praxis-Videos. Sie geben ihm so etwas von Schultafel, Overhead-Projekter oder Flipchart und zeigen: hier sind Menschen am Werk.

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