Laufen mit der Kamera

Mehr als einmal bin ich samt Kamera gesprintet, habe die aktuell laufende Gruppe überholt und mich danach zum Filmen aufgestellt.

Bei schnelleren Gruppen habe ich die Kamera noch im Laufen angeschaltet und schon auf Verdacht einen ND-Filter vorgewählt, um ein sinnvolles Bild zu bekommen. Das hat nicht immer geklappt.

Wenn ich zu langsam war, die Blende zu schließen oder den ND eine Stufe weiter zu schalten, war die Gruppe schon vorbei. Das war dann die Zeit für den nächsten Sprint. Uff.

Beim Laufen habe ich die Kamera meist auf Schulterhöhe gehalten, den Arm also stark angewinkelt. Entgegen aller Erwartungen hatte ich keinen Muskelkater, allerdings einige blaue Flecken an der Schulter. Offenbar habe ich mir die Kamera mehr als einmal gegen die Schulter gehauen. Angenehm war, dass Kamera, der ULCS-Halter und der Samurai ganz gut gehalten haben. Dazu aber an später an anderer Stelle mehr.

Obwohl ich ganz ordentlich trainiert bin, war ich nach den Sprints außer Atem.

Um Atemgeräusche im Filmmaterial zu vermeiden, habe ich mit weit geöffnetem Mund geatmet. Bislang ist mir im Material noch nichts aufgefallen, wo meine eigenen Atemgeräusche zu hören sind. Das leichte Zittern nach dem Laufen hat der optische Stabilisator einigermaßen kompensiert. Habe mich ein wenig wie beim Biathlon gefühlt, die müssen auch aus dem Lauf heraus abbremsen und dann ein Ziel anvisieren.

Die Kleidung

Als Resultat der Sprints war schon kurz nach dem Start mein T-Shirt vom Laufen durchgeschwitzt. Die erste Erkenntnis am ersten Drehtag: Baumwolle ist definitiv der falsche Stoff für einen laufenden Kameramann.

Das T-Shirt habe ich dann recht bald mit einem Laufshirt des Laufclub 21 ersetzt, das mir bis München gute Dienste geleistet hat. Funktionskleidung hat auch beim Kameralauf* klare Vorteile.

Zur Eröffnungsveranstaltung habe ich mir dann wieder ein normales T-Shirt angezogen. Mit dem Laufshirt auf dem Presseplatz für die Kameras zu stehen hätte meiner Ansicht nach nicht gepasst. Außerdem war das Laufclub-Shirt durchgeschwitzt und ich wollte das den Kollegen nicht zumuten.

Zum Laufen hätte ich mir auch eine Laufhose gewünscht. Allerdings ist die für die Arbeit mit der Kamera zu dünn. Ich habe mich mehrere Male hingekniet oder hingesetzt, auch auf Steinen oder Kies. Ohne Jeans wäre deutlich unangenehmer gewesen. Auch beim nächsten Lauf dieser Art würde ich also eher zur Jeans greifen, auch wenn sie zum Laufen nicht so bequem ist. Nach zwei Tagen allerdings war die Jeans ein klarer Fall für den Vollwaschgang.

 *ich überlege, einen Kameralauf zu veranstalten. Dort treten Kameraleute in verschiedenen Klassen gegeneinander an. Von der Flip Mino bis zur Arri Alexa wird mit allen wichtigen Kameratypen gelaufen. Das Ganze soll es dann auch als Staffel geben - das erhöht die Spannung ;)

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