Export aus Final Cut Pro X: Ein Clip bleibt schwarz
Ein Nein tötet die Kreativität
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Ein lieber Kollege fragte neulich in einer E-Mail die Frage, die sich viele stellen, wenn sie mit Video arbeiten: "Ist es besser wenn der Cutter auch der Kameramann oder Regisseur war oder sollte der ohne 'Vorbelastung' ganz neutral rangehen".
Der Hintergrund: er hatte mir ein paar Tage zuvor die komplette Footage zu einem seiner Filme geschickt, damit ich einmal größere Mengen externen Material schneiden könnte. Bislang habe ich ja nur meine eigenen Aufnahmen geschnitten.
Hier meine Antwort auf seine Frage - wie Ihr seht, fällt sie nicht ganz eindeutig aus.
Das mit dem Regisseur/Kameramann/Cutter versuche ich grad für mich selbst rauszufinden. Gar nicht so einfach, die Frage.
Also der Walter Murch sagt, dass er versucht, vor dem Schnitt so wenig wie möglich mit dem Film in Kontakt zu kommen. Er vermeidet es zum Beispiel am Set zu sein.
Finde ich einen sehr interessanten Ansatz. (Das Buch mit den Gesprächen zwischen Michael Ondaatje und Walter Murch ist eh super: "Die Kunst des Filmschnitts" - bin grad zu einem Viertel durch.)
Meine Erfahrungen bislang:
Wenn ich selbst gedreht habe, bin ich beeinflusst vom Dreh selbst:
Das führt dazu, dass ich vielleicht diesen einen Take höher und wichtiger einschätze als andere. Dann fange ich an, beim Schnitt um diesen Take herum zu bauen.
Irgendwann merke ich dann aber, dass der Take nicht in die Story passt und muss ihn opfern. Schlimmer noch: Ich merke es nicht oder bestehe auf dem Take und der Film leidet darunter.
Außerdem denke ich eventuell zu sehr in den Takes.
Beispiel: ich gruppiere geistig die Takes von einzelnen Sets. Dabei fällt mir dann vielleicht nicht auf, dass ein Bild aus Set A super zu Bildern aus Set C passen würde.
Schließlich habe ich, wenn ich selbst gedreht habe, irgendwie eine Geschichte im Kopf und feste Vorstellungen, wie das Ergebnis aussehen soll. Vielleicht zu feste Vorstellungen. Und vielleicht ist die Geschichte hinter der Geschichte eine ganz andere.
Wobei: wenn ich zum Beispiel auf einer Laufveranstaltung drehe, kann ich das hinterher relativ angenehm schneiden. Denn hier habe ich vorher noch keine Story im Hinterkopf. Die entwickelt sich erst.
Vielleicht finde ich in der Footage einen Protagonisten, anhand dessen ich die Geschichte erzählen kann, vielleicht finde ich eine Gemeinsamkeit innerhalb der Sequenzen, auf der ich aufbauen kann. Ich nehme dann einfach auf, was ich kriegen kann und kann da relativ neutral ran gehen. Bei geplanten Filmen ist das schwerer.
Wenn ich nicht gedreht habe, fehlt diese emotionale Beziehung zu einzelnen Takes. Das ist ein Vorteil.
Für mich sind dann alle Takes gleich - manche gefallen mir vielleicht besser, manche weniger. Ich kann also unvoreingenommen an die Aufnahmen gehen.
Bei fremden Material muss ich mich erst einmal einlesen in den Film. Klar kenne ich das Konzept oder die Intention. Aber ich kann da unvoreingenommener rangehen und vielleicht noch einen Extra-Kick aus der Geschichte holen. Die Geschichte entfaltet sich dann gleichsam vor mir, je tiefer ich in das Projekt einsteige.
Tendenziell würde ich eher sagen, dass es besser ist, wenn ein Dritter den Cut macht - allerdings muss da das Teamwork stimmen, denn der Interpretations-Spielraum des Cutters ist enorm.
Natürlich ist das bei der schnellen Video-Reportage des Videojournalisten nicht so wichtig, wie bei einem ambitionierten Kurzfilm. Da kann ein externer Cutter eine Menge bringen, schätze ich. So lange eben die Zusammenarbeit stimmt.